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„Der Mensch ist untrennbar mit dem Licht verbunden.“
Licht denken und licht denken – wer baut, muss beides können. Acht Fragen an Jeroen Derksen und David Windt von derksen | windt architecten in den Niederlanden.
„Der Mensch ist untrennbar mit dem Licht verbunden.“
„Der Mensch ist untrennbar mit dem Licht verbunden.“
Finstral Magazin F_03
Framing Light: 164 Seiten Gespräche, Essays und Meinungen zu Themen aus dem Großraum Architektur.
Der Südtiroler Fensterhersteller Finstral sucht den Dialog, initiiert Gespräche und diskutiert relevante Themen aus dem Großraum Architektur. Für die dritte Ausgabe des Finstral Magazins F_03 haben wir acht Fragen an Architektinnen und Architekten aus ganz Europa gestellt. Hier lesen Sie die Antworten von Jeroen Derksen und David Windt.

1. Wie denken Sie als Architektin/als Architekt über Licht?

Jeroen Derksen und David Windt: Tageslicht ist (offensichtlich) sehr wichtig für den Menschen. Licht verändert die Wahrnehmung und die Erfahrung, es vermittelt ein Gefühl der Sicherheit, indem es Überblick bietet, und es liefert – nahezu buchstäblich – Energie. Kurzum, der Mensch ist untrennbar mit dem Licht verbunden. Die Versorgung mit Tageslicht ist, zumindest nach niederländischem Recht, vorgeschrieben. Licht muss in Wohnräumen vorhanden sein, und es gibt strenge Anforderungen an Lux und Tageslicht für den Arbeitsplatz. Aber für uns als Architekten geht der Einfluss des Tageslichts weit darüber hinaus. Es formt den Raum, und wenn man es geschickt einsetzt, kann das Tageslicht fantastische Effekte und Erlebnisse schaffen. Das Spiel zwischen Licht und Sicht aus der Perspektive des Betrachters ist ein wichtiger Teil unserer Architektur.

2. Wie planen Sie Tageslicht?

Wir forschen viel über den Einfluss des Lichts und darüber, wie wir Räume gestalten können, indem wir die Sonne blockieren oder hereinlassen. Wir tun dies mit Hilfe von Simulationen, in denen wir die Auswirkungen bestimmter Eingriffe untersuchen können. Das prägt den Entwurf.

3. Wie nutzen Sie das Fenster als architektonisches Gestaltungselement?
Fenster – oder allgemeiner formuliert – Öffnungen sind die Elemente, mit denen wir die gewünschte Wirkung erzielen können. Sie sind die Mittel, mit denen wir unsere Vision gestalten und verwirklichen können.

4. Welches (bekannte) bestehende Gebäude würden Sie gerne wie umnutzen oder erweitern?
Wir wollen keine Gebäude rekonstruieren. Jeder Auftrag baut auf dem auf, was vorher gebaut wurde. Wir lernen aus der Geschichte und machen zeitgenössische Architektur. Wenn das 2016 eröffnete private Kunstmuseum Voorlinden von Kraaijvanger Architects in Wassenaar erweitert werden muss, würden wir uns gerne daran beteiligen. Das Dach bietet bereits eine großartige Nutzung des Lichts. Vielleicht können wir es erweitern oder einen Pavillon entwerfen, der ebenfalls versucht, mit dem Licht zu arbeiten – aber auf die Art von derksen|windt architecten.

5. Bauen ist ein Dickicht aus unzähligen Vorgaben und teils veralteten Abläufen: Was würden Sie ändern? Und wie?
Wir würden viele starre Vorschriften, wie den R-Wert von Gebäudeteilen, abschaffen. Wir sollten wirklich von einem umfassenderen Verständnis für Nachhaltigkeit und Langlebigkeit ausgehen und einen Entwurf aus dieser Perspektive beurteilen. Zum Beispiel, was Finstral betrifft, kann Doppelverglasung mehr als ausreichend sein, wenn sie als Teil des Entwurfs intelligent eingesetzt wird. Das Gleiche gilt für extreme Anforderungen an die Isolierung von Wänden und die maximale Wärmeverlustfläche. Die Lösung besteht darin, das gesamte Ganze zu betrachten. Und die Behörden sollten eher den Entwurf bewerten, anstatt nur die geforderten Werte zu kontrollieren.

6. Architektur ist gebaute Realität. Welche gesellschaftliche und politische Verantwortung haben Architektinnen und Architekten heute?
Architektur hat die Fähigkeit, soziale Interaktionen für Menschen zu fördern. Sie kann die Lebensqualität verbessern, z. B. in einer Wohnung oder das Lernen und Lehren in einer Schule, die Arbeit in einem Büro und so weiter. Die Gestaltung von Räumen, die ineinander übergehen, sowie die Beziehung zwischen dem Gebäude und dem öffentlichen Raum haben großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Architektur gehört nicht zu den Grundbedürfnissen, aber sie übersetzt das Grundbedürfnis nach einem Dach über dem Kopf in einen schönen, warmen, sauberen und mit frischer Luft gefüllten Raum. In einen Raum, der sich sinnvoll nutzen lässt, an dem man sich gerne aufhält, den man genießt und gerne erlebt. Das macht uns Menschen glücklicher und entspannter.

7. Mit wem würden Sie gerne einen (Architektur-)Diskurs führen – und zu welchem Thema?
Wenn es hypothetisch ist, würden wir gerne mit einigen großen Architekten aus der Vergangenheit sprechen, die uns inspiriert haben. Mit Dom Hans van der Laan über Räume und Verhältnisse. Oder mit Mies van der Rohe über die Säule als Element. Ganz konkret würden wir gerne mit Pritzker-Preisträgerin Kazuyo Sejima und ihrem Kollegen Ryūe Nishizawa über ihren Entwurfsprozess für das 21st Century Museum of Contemporary Art sprechen. Eines unserer bevorzugten zeitgenössischen Gebäude.

8. Mit welcher These eröffnen Sie diesen Diskurs?
Im Gespräch mit Sejima und Nishizawa würden wir uns auf die Wahrnehmung von Raum, sowohl von innen als auch von außen, konzentrieren – ausgehend vom 21st Century Museum of Contemporary Art.

derksen|windt architecten ist ein kreatives Architekturbüro mit eigener Handschrift, das 2008 von Jeroen Derksen und David Windt gegründet wurde. Bei jedem Auftrag suchen sie aufs Neue nach einem Design, das speziell auf den Kunden zugeschnitten ist und auf den zukünftigen Erfahrungen der Nutzer basiert. Sie recherchieren und entwerfen so lange, bis sie ein schönes, starkes und einzigartiges Konzept haben. Was ihre Entwürfe verbindet, ist die Liebe zu den Materialien bis ins Detail, das Spiel von Licht und Sicht und eine Leidenschaft für Proportionen und Maßstäbe.
Porträt Jeroen Derksen und David Windt: © derksen | windt architecten
derksenwindtarchitecten.nl


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