Zeitgenössische Kunstsammlung Finstral.

Der Sammler Hans Oberrauch.

Der Blick aus dem Fenster kann in verschiedener Hinsicht als symbolischer Blick gedeutet werden: als Öffnung zur Welt, auf die kulturellen Veränderungen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit, aber auch als ein abgewandter, in sich gekehrter Blick auf das Seelenleben und individuelle Bedürfnisse.
Als architektonisches Element markiert das Fenster die Schnittstelle zwischen Privatem und Öffentlichem und reflektiert soziale, kulturelle wie mediale Ent­wicklungen.
Dank der Kunstleidenschaft des Firmengründers Hans Oberrauch besitzt Finstral heute eine abwechslungs- und umfangreiche Sammlung zeitgenössischer Kunst. Die seit der Firmengründung stetig wachsende Sammlung erzählt von der engen Verzahnung zwischen künstlerischem Schaffen und innovativem Denken und versteht sich als wichtiger Impulsträger für ein individualistisches Herangehen an die Thematik des Bauens und Wohnens. Die Kunst war dabei immer schon Inspirationsquelle und Teil der Philosophie des Unternehmens.

Bild oben: Michele Spanghero: Listening Is Making Sense, 2012-2016, Klangskulpture, 12 Holzbalken, Umwandler, Audiospur 68 min.
Bild rechts: Thomas Locher: Fenster, 1995, Cibachrome, gerahmt, 165 x 165 cm
Zeitgenössische Kunstsammlung Finstral.
Douglas Henderson – Temporary Gallery, Finstral Studio Friedberg, 2018-2019
Douglas Henderson – Temporary Gallery, Finstral Studio Friedberg, 2018-2019
Klang ist ein Körper; eine über mehrere Sinne wahrnehmbare räumliche Ausdehnung, die sich in Bewegung setzt. Der US-amerikanische Soundkünstler Douglas Henderson nutzt die Energien des Klanges sowohl als sinnliches Medium als auch als kulturell aufgeladenes Gewebe sozialer Implikationen. Die Tatsache, dass Klang nicht nur auditiv in Erscheinung tritt, sondern von Natur aus auch körperliche, räumliche und bildhafte Formen annehmen kann, interessierten ihn schon zu Beginn seiner künstlerischen Karriere.
Klang kann sich durch seine physikalischen Eigenschaften in verschiedene Medien manifestieren und so als genuin mediales Hybrid existieren: Als Wellenmuster in Flüssigkeiten, als Druckverhältnisse in der Luft oder als kinetische Energie in responsiven Materialien.Neben den unmittelbaren Erfahrungsphänomenen der Klangwerke fußt Hendersons Arbeit auch immer auf einer pointierten Anspielung zu Klischees und Sujets der Pop- und Rockkultur.
Soft Architecture – Temporary Gallery, Finstral Studio Friedberg, 2017-2018
Soft Architecture – Temporary Gallery, Finstral Studio Friedberg, 2017-2018
Die Ausstellung Soft Architecture spannt einen ­Bogen zwischen Architektur, Design und zeitgenössischer Kunst. Die hermetisch geführten Diskurse werden aufgebrochen und liefern sich gegenseitig wichtige Impulse bezüglich sozialer und politischer Aspekte sowie ästhetischer Fragen. Die verschiedenen Disziplinen forschen und experimentieren mit Materialien und untersuchen sozioökonomische Strategien, die in der Ausstellung Soft Architecture zum Tragen kommen.

Der Begriff soft findet in verschiedensten Bereichen Verwendung: soft material, soft power, soft management, software oder eben soft architecture. Am ­Direktesten weckt er Assoziationen zu Berührung und Haptik, Druck und Widerstand. Weich, flexibel und elastisch sind Modalitäten, die neben einer bestimmten Stofflichkeit der Materie auch für Gestaltungskonzepte stehen.

Bild rechts: Toni Schmale: 170° & 400°, 2017, gehärteter Stahl, Beton, Messing, jeweils 350 x 12 x 20 cm