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Aluminium.
Im Kreislauf gedacht.
Aluminium.
Aluminium.
Finstral Magazin F_04
Frame Reframe: 180 Seiten Gespräche, Reflexionen und Meinungen zu Themen aus dem Großraum Architektur.
Finstral Magazin F_03
Framing Light: 164 Seiten Gespräche, Essays und Meinungen zu Themen aus dem Großraum Architektur.
1. Herstellung
Aluminium wird aus Bauxit gewonnen (Primäraluminium) oder durch das Recycling von Aluminiumschrott hergestellt (Sekundäraluminium). Die gängige Methode ist die Schmelzflusselektrolyse nach dem Hall-Héroult-Verfahren, das einen sehr hohen Energieaufwand erfordert (13–15 MWh pro Tonne Aluminium). Die Aufbereitung von recyceltem Aluminiumschrott ist deutlich energieeffizienter und benötigt lediglich etwa 0,7 MWh pro Tonne – das spart bis zu 95 % Energie im Vergleich zur Primärproduktion.

2. Chancen
Unbegrenztes Recycling: Aluminium kann vielfach recycelt werden, ohne den Großteil seiner ursprünglichen Eigenschaften zu verlieren, was es für Kreislaufwirtschaft attraktiv macht.
Optimierte CO2-Bilanz durch Material- und Designentscheidungen: Modulares Design erleichtert die sortenreine Trennung und reduziert den Materialverbrauch.
CO2-Reduktion durch grüne Energie: Recyclingaluminium kann den CO2-Fußabdruck auf 3,3 kg CO2/kg senken. Primäraluminium mit Energie aus Kohlekraftwerken verursacht dagegen bis zu 20 kg CO2/kg. In Regionen, die verstärkt erneuerbare Energien nutzen, wie Norwegen oder Island, kann auch Primäraluminium mit einem CO2-Fußabdruck von 3,7 kg CO2/kg (z. B. ISAL-Billets) oder in besonders optimierten Prozessen mit nur 1,9 kg CO2/kg (z. B. Hydro 75R Green Billets) produziert werden.
Soziale Nachhaltigkeit: Verstärktes Recycling reduziert die Abhängigkeit von Bauxitminen in Ländern mit problematischen Arbeitsbedingungen wie Brasilien oder China.
Grüner Schmelzprozess in Entwicklung: Erste Pilotprojekte für wasserstoff- oder biogasbasierte Schmelzprozesse zeigen, dass Aluminium künftig nahezu emissionsfrei produziert werden könnte.
Bessere Materialverfügbarkeit durch geschlossene Kreisläufe: Materialbanken und Leasing-Modelle könnten sicherstellen, dass Aluminium gezielt ins Recycling zurückgeführt wird.
Zunehmende Bedeutung von Environmental Product Declarations (EPD): Umweltproduktdeklarationen werden in der Bauindustrie zunehmend zum Standard. Recycling-Aluminium verbessert die Bewertungen in LEED-, BREEAM- und WELL-Zertifizierungen.
Ästhetischer Faktor im Fensterbau: Da Fenster für ihre Funktion und Langlebigkeit nicht zwingend Aluminium benötigen, sind geringfügige Materialeinbußen, wie sie bei Sekundäraluminium auftreten, akzeptabel.

3. Herausforderungen
Energieintensiver Recyclingprozess: Obwohl Aluminium unbegrenzt recycelt werden kann, erfordert die Aufbereitung von Post-Consumer-Schrott aufwendige Sortier- und Schmelztechnologien, insbesondere wenn das Material mit Lacken oder Fremdstoffen verunreinigt ist.
Verunreinigungen und Legierungsprobleme: Nicht immer können unerwünschte Legierungen entfernt werden. Deshalb muss der Anteil an recyceltem Aluminium präzise dosiert werden, um mechanische Eigenschaften und Verarbeitbarkeit zu sichern. Ein hoher Anteil an Post-Consumer-Schrott kann die Materialqualität negativ beeinträchtigen.
Langsamere Verarbeitung: Post-Consumer-Aluminium verlangsamt den Extrusionsprozess, was die Produktionskosten erhöht.
Marktungleichgewicht und fehlende Regulierung: Europa exportiert jährlich 1,2 Millionen Tonnen Aluminiumschrott, gleichzeitig wird emissionsintensives Primäraluminium importiert. Die fehlende CO2-Bepreisung hält Primäraluminium künstlich günstig und behindert eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft.
Fehlende Infrastruktur für Recycling: Europa benötigt mehr Sammelstellen, bessere Schrottsortierung und gezielte Förderprogramme für Aluminiumrecycling.
Strommix als kritischer Faktor: In Ländern mit kohlenstoffintensivem Strom wie Polen (600 g CO2/MWh), bleibt der CO2-Fußabdruck hoch – selbst für Recyclingaluminium.

4. Best-Case-Szenario 2050
Vollständig geschlossener Materialkreislauf: Fortschrittliche Recycling- und Sortiertechnologien machen Primäraluminium überflüssig.
80-100 % Recyclinganteil: Die Aluminiumproduktion wird nahezu CO2-frei, mit einem Fußabdruck unter 2 kg CO2/kg.
Grüner Schmelzprozess: Der Einsatz von Wasserstoff oder Biogas als Brennstoff reduziert Emissionen weiter. Fortschrittliche elektrische Schmelzöfen, betrieben mit erneuerbaren Energien, senken die CO2-Emissionen zusätzlich.
Materialkreisläufe und Leasing-Modelle etablieren sich: Anstelle des direkten Verkaufs werden Aluminiumprodukte wie Fenster, Fassaden und andere Bauelemente über ein Leasing-Modell genutzt. Anschließend werden sie kontrolliert zurückgeführt, sodass sie vollständig recycelt und wiederverwertet werden können. Materialbanken verwalten diese Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus, um eine geschlossene Kreislaufwirtschaft zu gewährleisten.
Politische Regulierung fördert die Kreislaufwirtschaft: Maßnahmen wie CBAM oder ähnliche Mechanismen stellen sicher, dass CO2-intensive Aluminiumimporte mit höheren Zöllen belegt werden. Zudem sorgen Subventionen für Recyclinganlagen und Sammelstellen für eine effizientere Kreislaufwirtschaft.
Reduzierter Aluminiumanteil in Fensterprofilen: Neue Konstruktionen setzen Aluminium sparsamer ein, beispielsweise nur noch als sichtbare Blende.
Aluminium.
Finstral Magazin F_04
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Im Kreislauf gedacht.
Wer Nachhaltigkeit ernst nimmt, sollte mit Materialien so umgehen, dass kein Abfall entsteht. Das gilt auch für Fensterhersteller. Ein zirkulärer Austausch mit den Hauptlieferanten von Finstral.
PVC.
PVC.
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Im Kreislauf gedacht.
Glas.
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