Händlerlinks
Dauerhaftigkeit.
Feedback von Nicholas Duxbury Ransome.
Dauerhaftigkeit.
1. Abfall als Übergang begreifen
Abfall ist kein unvermeidlicher Endpunkt, sondern ein vorübergehender Zustand im Leben eines Materials. Die Vorstellung, dass etwas zu Abfall wird, ist ein menschliches Konzept, das nichts mit dem endlosen Kreislauf der Wiederverwendung in der Natur zu tun hat.
Alle Materie befindet sich ständig im Übergang – sie existiert vorübergehend in einer bestimmten Form, bevor sie sich in eine andere verwandelt. Kreislaufführung, Wiederverwendung und Recycling sind grundlegende Prozesse der Natur, die von Ökosystemen bis zu Sonnensystemen reichen. Diese Prozesse müssen sich in der Art und Weise widerspiegeln, wie wir mit Ressourcen in der gebauten Umwelt umgehen.
Diesen Perspektivwechsel zu vollziehen, bedeutet, die Materialien um uns herum nicht als Abfall zu betrachten, sondern als wertvolle Ressourcen im Wandel, die auf ihre nächste Verwendung warten. Tun wir dies nicht, halten wir ein verschwenderisches System aufrecht, das im Widerspruch zu den regenerativen Prozessen der Natur steht – und setzen damit letztlich uns selbst aufs Spiel.

2. Das Ende der Externalisierung
Das derzeitige Wirtschaftssystem lebt von der Externalisierung der Umweltkosten, indem es den wahren Preis der Ressourcenentnahme und der Umweltschäden auf künftige Generationen und andere Arten abwälzt. Für echte Nachhaltigkeit muss diese Praxis beendet werden.
Um voranzukommen, müssen wir die Prozesse innerhalb unserer Marktwirtschaften grundlegend ändern oder das derzeitige System so nutzen, dass es nachhaltiges Vorgehen stimuliert. Dies kann erreicht werden, indem Anreize für Handlungen, die negative Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Umwelt haben, abgeschafft werden.
Wenn wir Mechanismen schaffen wollen, die eine nachhaltige Entwicklung wirklich unterstützen, ist Transparenz bei der Messung und Zuweisung dieser Kosten entscheidend. Wir müssen aufhören, die Umweltkosten unseres Handelns zu verstecken, und ein System aufbauen, in dem diese Kosten von Anfang an berücksichtigt und vorzugsweise eliminiert werden.

3. Aufwertung des bestehenden Gebäudebestands
Die Überalterung von Gebäuden ist ein wachsendes Problem, insbesondere in den Industrieländern. Viele Gebäude erfüllen nicht mehr die ihnen zugedachte Funktion, aber die Materialien, aus denen sie bestehen, bleiben oft wertvoll. Diese Diskrepanz zwischen Funktionalität und Materialwert führt zu unnötigem Abriss, Abfallproduktion und der anschließenden Freisetzung enormer Mengen an gebundenem Kohlenstoff für neue Strukturen. Architekten, Bauunternehmer und Bauträger sollten veraltete Räume und Strukturen stattdessen als Gelegenheit zur Neukonfiguration, Umgestaltung und Sanierung betrachten, bei der die vorhandenen Räume neue funktionale und ästhetische Möglichkeiten bieten, die sich aus dem Zusammentreffen von Neu und Alt ergeben. Dieser uralte Ansatz verweist auf die Tatsache, dass die Dauerhaftigkeit eines Gebäudes mit seiner Anpassungsfähigkeit an die sich im Laufe der Zeit verändernden menschlichen Bedürfnisse zusammenhängt.

4. Monetarisierung des Wertlosen
Im derzeitigen System werden Materialien aus Rückbau- und Abrissprojekten oft als Abfall entsorgt. Diese Materialien haben jedoch einen immensen Wert, wenn wir bereit sind, sie in einem neuen Licht zu sehen. Das Konzept der „Monetarisierung des Wertlosen“ beinhaltet die Aufwertung dessen, was andernfalls weggeworfen würde, und zeigt das Potenzial auf, das in diesen Materialien steckt.

5. Erweiterung des Möglichkeitsraums
Das größte Hindernis für die weit verbreitete Wiederverwendung von Materialien ist nicht ihre Verfügbarkeit, sondern vielmehr die mentalen, prozessualen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, die ihr Potenzial einschränken. Vorschriften und Normen bestimmen oft, was getan werden kann und was nicht – selbst wenn Materialien im Überfluss vorhanden sind.
Um dies zu überwinden, müssen wir den Möglichkeitsraum durch Wissen, Dialog und Experimentieren erweitern. Durch eine offenere Herangehensweise an die Wiederverwendung von Materialien und die Infragestellung bestehender gesetzlicher Regelungen können wir das Potenzial dieser ungenutzten Ressourcen erschließen. Die Hindernisse für eine bessere und schnellere Umsetzung nachhaltiger Praktiken sind nicht unüberwindbar – sie erfordern jedoch die Bereitschaft, unsere Sichtweise auf die gebaute Umwelt grundlegend zu überdenken. Durch Zusammenarbeit und ein gemeinsames Engagement für Innovation können wir diese Rahmenbedingungen neu gestalten und den Übergang zu einer nachhaltigeren, langlebigeren Zukunft beschleunigen.

Dauerhaftigkeit.
Nicholas Duxbury Ransome, geboren in Kopenhagen, ist Architekt und Experte für Nachhaltigkeit sowie Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Er ist Managing Director bei Lendager. Das Unternehmen hat sich vom Start-up zu einem vielfach ausgezeichneten, interdisziplinären Full-Service-Beratungs- und Architekturbüro entwickelt, das die Möglichkeiten nachhaltiger Architektur und eines ganzheitlich ökologischen Städtebaus mit der Kreislaufwirtschaft verbindet. Zu den bekanntesten Projekten zählen das höchste Holzhochhaus Dänemarks in Holzhybridbauweise, die Resource Rows in Ørestad sowie der Kindergarten The Swan, der aus Recyclingmaterialien in Gladsaxe errichtet wurde. Ransome hält zudem Vorlesungen in ganz Europa und ist Dozent für Nachhaltigkeitsmanagement und -zertifizierung.
Dauerhaftigkeit.
Reframe Resilience
Mehr Interessantes zum Thema gibt’s hier.
Reframe Resilience.
Reframe Resilience.
Reframe Resilience.
Siehe Mindesthaltbarkeitsdatum – vier Stimmen zum Thema Haltbarkeit.
 
PageConfig.OriginalHttpReferrer: -
PageConfig.OriginalQueryString: