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„In die Mechanik investieren, ist das Wichtigste.”
„In die Mechanik investieren, ist das Wichtigste.”
Kriminaloberkommissarin Ewa Litzenberger über Sicherheit.
Zwischen 2012 und 2016 sank die Zahl der Einbrüche europaweit um 10 Prozent. Das ergaben die offiziellen Zahlen für polizeilich erfasste Straftaten in der Europäischen Union. Auch die international renommierte Kölner Studie bestätigt diesen Abwärtstrend und meldete 2018 den niedrigsten Stand von Wohnungseinbruchsdiebstahl seit zwanzig Jahren. Kriminaloberkommissarin Ewa Litzenberger führt diese Entwicklung vor allem auf die verbesserten Sicherheitsstandards von Fenstern und Türen zurück.

Auf welchen Wegen kommen Einbrecher üblicherweise ins Haus?Ewa Litzenberger: In Mehrfamilienhäusern wird meist die Wohnungstür angegriffen. In Einfamilienhäusern ist es oft die Terrassentür, da sie meist nach hinten gelegen und somit weniger leicht einsehbar ist. Dort wird gerne am frühen Abend eingebrochen, vor allem in der dunklen Jahreszeit, wenn um 17 Uhr schon die Lichter angehen und man so leicht von außen sieht, ob jemand zu Hause ist oder nicht.

Wie kann ich mich dagegen schützen?Ganz einfach: Indem Sie auf die Sicherheit Ihrer Fenster und Türen achten. Oft weiß man ja gar nicht, wie sicher oder unsicher das Haus oder die Wohnung ist, in der man lebt. Gerade die Schwachstellen – und das sind eben Fenster und Türen – sollte man daraufhin überprüfen. Ganz konkret empfiehlt die Polizei, mindestens RC 2 einzusetzen. RC 2 steht für Resistance Class 2, das ist eine internationale Norm, die verschiedene Sicherheitsklassen von Fenstern und Türen definiert und Standards für einbruchhemmende Beschläge, Verglasung und Sicherheitsschließteile festgelegt. Mit RC 2 braucht ein Täter mindestens drei Minuten, um ein Fenster oder eine Tür aufzubekommen. Das klingt erstmal nicht besonders lange, für die meisten Einbrecher ist es das aber. Denn jede Minute, ja sogar jede Sekunde, erhöht die Gefahr entdeckt zu werden.

Also vorsichtshalber überall RC 2-Fenster und Türen einbauen?Die Polizei empfiehlt, vor allem die Schwachstellen im Haus mit RC 2 (oder höher) auszurüsten. Das sind leicht erreichbare Haustüren, Terrassentüren, Keller- und ebenerdige Fenster. Und bei Mehrfamilienhäusern auch alle Wohnungstüren. Weil Täter immer den Weg nehmen, der am leichtesten und unauffälligsten erscheint, kommen Einbruchsversuche über höhergelegene Fenster oder Balkone selten vor. Es sei denn, diese sind trotzdem leicht zu erreichen. Wenn der Einbrecher zum Beispiel von einer Mülltonne auf die Garage klettern und von dort durch ein Fenster in die Wohnung oder das Haus einsteigen kann – dann sollte man auch dort mindestens auf RC 2 setzen.

Die meisten Einbrecher hebeln Türen und Fenster auf. Glas kommt nur sehr selten zu Bruch – heißt das, dass Sicherheitsglas nicht so wichtig ist?Ja und nein. Insgesamt spielen Beschläge und Sicherheitsschließteile beim Einbruchsschutz eine größere Rolle, das stimmt schon. Aber die letzte Kölner Studie zeigte auch: Bei vielen Einbruchsversuchen fanden sich Schäden an den Fensterbeschlägen und am Glas. Das heißt, ein Verzicht auf Sicherheitsglas bei gefährdeten Fenstern und Fenstertüren wäre aus Sicht der Polizei nicht zu empfehlen. Denn kann der Einbrecher ein Fenster nicht aufhebeln, kann es durchaus vorkommen, dass er das Glas angeht.

Sollte man nicht überhaupt besser auf eine Alarmanlage setzen?Eine Alarmanlage ist immer ein gutes „On Top“, schon weil sie das Sicherheitsgefühl verstärkt. Eine solide Sicherheitsmechanik kann sie aber niemals ersetzen. Deshalb immer zuerst in die Mechanik investieren, also darauf achten, dass Beschläge und Schließteile zertifiziert sind, also in ausreichender Anzahl vorhanden, hochwertig und sicher sind. Danach kann man über eine Alarmanlage nachdenken.
„In die Mechanik investieren, ist das Wichtigste.”
Gerade mal zehn Sekunden dauert es, ein schlecht gesichertes Fenster mit dem Schraubenzieher aufzuhebeln.
„In die Mechanik investieren, ist das Wichtigste.”
Kriminaloberkommissarin Ewa Litzenberger betreut die Kölner Studie zum Wohnungseinbruch. Deren Ergebnisse werden europaweit als Grundlage für Sicherheitsentscheidungen im Wohnbereich herangezogen.
Noch nicht genug?
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